Auf dass wir klug werden
Das Leben der Herzogin Elisabeth zu Sachsen
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Recherche



Seit Ende 2007 arbeite ich nun schon an „meiner Elisabeth“, die mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen ist.

Die Recherchen waren und sind sehr aufwändig, machen aber auch sehr viel Spaß, denn  ganz gleich in welcher Stadt, in welchem Archiv oder in welcher Bibliothek ich recherchiere, überall treffe ich auf hilfsbereite, freundliche Menschen, die gerne bereit sind, ihr Wissen mit mir zu teilen.


Vor allem danke ich Herrn Dr. André Thieme, der den ersten Teil der Briefe Elisabeths herausgebracht hat: „Die Korrespondenz der Herzogin Elisabeth von Sachsen“. Leipzig 2010.


Eine ausführliche Aufstellung aller Quellen wird folgen.

 
 

Elisabeths Sprache ist deutlich und herzerfrischend, doch ihre Briefe, die für uns heute so überaus spannend und unterhaltsam zu lesen sind, haben die fleißige Schreiberin (sie hat über 1000 Briefe geschrieben), damals manchmal in ernsthafte Gefahr gebracht.

Elisabeth wurde nach Dresden verheiratet. Da sie in Marburg, Spangenberg und Felsberg eher frei ungezwungen aufgewachsen war, fügte sie sich nur schwer in den strengen Fürstenhof ein, an dem man sehr darauf achtete, ob sich jemand der Norm entsprechend verhielt oder nicht. Da bei Elisabeth eher letzteres der Fall war, hatte sie schnell Feinde am Hof, die Wasser auf die Mühlen bekamen, als Elisabeth sich immer offener zu Luther bekannte. Obwohl ihr Schwiegervater Herzog Georg von Sachsen den Besitz lutherischer Schriften verboten hatte, las sie sie eifrig und verteidigte Luther immer wieder. Rückhalt hatte sie bei ihrem Bruder, dem Landgrafen Philipp von Hessen, aber auch bei ihrem Cousin, Kurfürst Johann Friedrich, der in Torgau residierte. Auch diese beiden hatten sich schon sehr früh der lutherischen Lehre zugewandt. Man bewegte sich zwar gemeinsam auf blankpoliertem Parkett, begegnete sich bei Familienfeiern mit ausgesuchter Höflichkeit, und doch sah man in engen Familienbanden kein Hindernis, wenn es darum ging, eigene Interessen mit Waffengewalt durchzusetzen.

Elisabeth konnte als Frau natürlich nicht allzu offen agieren, daher versuchte sie im Hintergrund so geschickt wie möglich die Fäden zu ziehen und schrieb immer wieder Briefe, mit denen sie die Wogen zwischen den Fürstenhäusern zu glätten suchte. Das gelang ihr nicht immer, und in ihrem schwersten Jahr, 1533, wurde ihr die ausgiebige Korrespondenz sogar als Spionage und Verrat ausgelegt. Als man ihr Ehebruch unterstellte, drohte Herzog Georg sogar damit, sie einmauern zu lassen...          Leseprobe        Bilder der Schauplätze

 

„Ich nehm kein Blatt vors Maul!“